2 Users online

 Home
 Über uns
 Projekte
 Spenden &  Sponsoren
 Termine
 Berichte
 Media
 Gästebuch
 Kontakt
 Impressum
 Member-Login



   

Die Rückkehr der Zauberflöte

- Einblicke und Ausblicke -

Es ist geschafft. Man steht auf der Bühne des Forums und genießt. Es ist schwer zu sagen, was, irgendwie alles. Ungläubig blickt man in das applaudierende Publikum. Dann guckt man sich auf der Bühne um. Eine gewaltige Erleichterung ist in den freudigen Blicken aller Beteiligten zu erkennen. Noch nie erschien einem das Forum so festlich und überwältigend schön, wie an diesem Abend. Und die Leute klatschen. Man hat es vollbracht andere zu begeistern. Warum ich hiermit beginne? Dieses einzigartige Gefühl der Freude und Erleichterung in diesem Moment ist der Lohn für all die vorher geleisteten Anstrengungen. Ohne dieses eine Ziel vor Augen, würde man nicht immer wieder von Neuem beginnen und diese unzähligen Stunden an Arbeit auf sich nehmen. Trotz alledem ist in gewisser Weise auch der Weg das Ziel. Es macht einfach Spaß, sich mit vielen liebgewonnenen Menschen an den eigenen Fortschritten zu erfreuen und zu sehen, wie sich alles entwickelt und sich wie ein Bauwerk Stein für Stein zusammenfügt.

Man kann an dieser Stelle gar nicht alle Leute aufzählen, die in vielfältiger Weise an diesem riesigen Projekt beteiligt waren. Nur so viel: Die Schulband des Mallinckrodt Gymnasiums, bestehend aus mehr als 70 Schülerinnen und Schülern, tat alles dafür eine würdige "Rückkehr der Zauberflöte" zu präsentieren. Und das ging nur mit der Unterstützung von unzähligen hilfsbereiten Menschen.

Alles begann in letzten Sommer vor den Ferien. Die Idee, die Zauberflöte zu "modernisieren" schien den meisten zu gefallen. Dennoch lag noch eine gewisse Unsicherheit in der Luft. Gerade beim klassischen Teil wusste man nicht, wie das alles zusammenpassen sollte. War das wirklich das Richtige gerade für das jüngere Publikum? Egal, wir hatten uns entschieden und außerdem schien alles noch in weiter Ferne. Nach den Ferien konnte man schon die ersten Formen erkennen. Die Altschüler Sebastian Friedrich und Tim Vorwerk waren eifrig bei der Sache. Schon bald wurde das Drehbuch für den ersten Akt ausgeteilt und die Rollen verteilt. Verschweigen möchte ich nicht, dass es natürlich auch Unstimmigkeiten und Diskussionen gab. Einige stellten sich die Frage "Ist Sie/Er fähig dieser Rolle Leben einhauchen zu können?". Aber wie schön ist es doch, sich manchmal selber eingestehen zu müssen, sich geirrt zu haben, oder? Es gab echt viele positive Überraschungen, denn mit der Herausforderung ist jeder gewachsen. Wo wir auch schon ein Stichwort hätten, um auf die Musik zu kommen. Natürlich hatte auch Herr Korten sich nicht ausgeruht, ganz im Gegenteil. Die ersten Partituren wurden an die Musiker und Sänger verteilt. Jetzt wusste jeder, worauf er sich eingelassen hatte. Musik machen ist eine Sache, aber Mozart zu spielen bzw. zu singen eine andere. So richtig wollte keine Vorfreude aufkommen, denn diese Stücke bedeuteten echten Aufwand. Zum Glück gab es ja immer wieder Lichtblicke. "Die gute alte Popmusik" wurde ja nicht ganz vergessen...

Doch so richtig ging es erst mit der fünftägigen Probenfahrt nach Heek in die Landesmusikakademie los. Man hatte mich zwar vorgewarnt, aber irgendwie konnte ich mir nicht richtig vorstellen, wie es ist, 4 Tage lang von 8:00 bis 18:00 Uhr durchgängig zu proben. Jetzt wusste ich es: Es ist einfach nur verdammt anstrengend. Und ich als Schauspieler hatte im Gegensatz zu den Musikern auch noch "ständig" Pause. (Na gut, ich habe verschwiegen, dass es trotz eingeschränktem Partybetrieb aufgrund von Müdigkeit verdammt lustig war. Aber das muss ja nicht unbedingt so hervorgehoben werden.) Und es hatte sich gelohnt. Das Schauspiel war nach dieser Woche fast nahezu perfekt und die Musiker legten eine gute Basis für die spätere Vollendung. (O.K, gerade bei einigen klassischen Stücken fragte ich mich, ob sich Mozart nicht gerade im Grab umdrehe. Aber ich glaube, gerade bei meinen Gesangseinlagen drehte er sich so oft, dass er jetzt wieder richtig liegen müsste.) Dennoch ohne die Probenfahrt wäre es unmöglich gewesen sich die ganzen Texte und Noten so einzuhämmern. Außerdem sind die uns zu Verfügung stehenden Räumlichkeiten und Einrichtungen einfach nur irre. Ich glaube ich kann gar nicht alles aufzählen, aber was ich ganz fantastisch fand, waren die sechs kleinen schalldichten Räume in denen ein Klavier stand. Ich konnte so viel singen, schreien, grölen, oder ähnliches wie ich wollte und niemanden hat's gestört. An dieser Stelle einen ganz, ganz lieben Dank an den Förderverein ohne dessen finanzielle Unterstützung niemals eine solche Fahrt zu Stande gekommen wäre und wir auf nötige Anschaffungen wie ein neues Keyboard verzichten hätten müssen.

Jeder war froh, dass wir in Heek so weit gekommen waren. Doch schon bald bestätigten sich die Befürchtungen, dass es schwer werden würde, diese Konzentration durchgängig bis zu den Aufführungen beizubehalten. Es waren ja noch 4 Monate Zeit. Weitere Erfolgserlebnisse hielten sich in den wöchentlichen Proben in Grenzen. Irgendwie kamen wir nicht richtig weiter. Natürlich schlichen sich auch von Zeit zu Zeit nervige Zweifel ein. Die musikalische Herausforderung schien irgendwie doch mächtig groß. Der endgültige Durchbruch war der ganztägige Probentag im Katholischen Zentrum. Jetzt wusste jeder, dass wir es packen konnten. Keiner brauchte mehr Angst vor Mozarts Rache zu haben.

Die Zeit in letzten Wochen vor der Aufführung fing an zu rasen. An sich kein Problem, da wir es alle kaum noch abwarten konnten. Wären da nicht immer diese Millionen an noch zu erledigenden Kleinigkeiten. Aber da positiver Stress bekanntlich ja gut sein soll, taten wir auch noch etwas für unsere Gesundheit, die uns aber dennoch ihre kleinen Streiche spielten sollte... Zwei abschließende Wochenendproben wurden erfolgreich absolviert. Die Kunstkurse der zehnten und elften Jahrgangsstufe unter der Leitung von Fr. Mobis-Fest und Fr. Hüttenhölscher leisteten ganze Arbeit. Bis zur letzten Minute waren sie dabei, den einen oder anderen Schönheitsfehler am Bühnenbild zu beheben. Und Johannes Klais und Sven-Torben Janus hatten in der Technik sowieso immer alles unter Kontrolle. Das Kunstwerk bestehend aus Musik, Schauspiel, Bühne, Licht und Technik war jetzt vollendet. Es musste "nur" noch gezeigt werden. Und das war gar nicht so einfach. Abgesehen von der üblichen Nervosität machten uns noch viele andere Dinge zu schaffen. Ich kann leider nicht beschreiben, was für ein Gefühl es ist, mitten während der Aufführung zu hören, dass eine Darstellerin gerade auf der Toilette ist und das macht, was ich jetzt lieber Ihrer Fantasie überlasse. Ich weiß nur so viel: Einigen ging es echt mies und das sorgte nicht gerade für Entspannung. Diese Gefühlsachterbahn machte das ganze so aufregend. Vor einigen Sekunden hatte man noch den Szenenapplaus genossen, dann so eine Nachricht hinter der Bühne. Was einen im nachhinein darüber schmunzeln lässt, ist die Tatsache, dass es jedes Mal zu einem Happyend kam, weil wirklich jeder sein Bestes gab und oftmals noch ein bisschen mehr.

Die "Rückkehr der Zauberflöte" war ein riesiger Erfolg. Die Benefiz-Aufführung brachte 630 ? ein. Wir sind stolz darauf, dank Ihrer Hilfe UNICEF bei ihrem Einsatz im Irak ein wenig unterstützt und einen kleinen Beitrag zur Versorgung von Kindern mit sauberem Wasser und Medikamenten geleistet zu haben.

Alles Gründe sich zu freuen, aber nicht um sich auszuruhen. Auf uns warten zwei Weihnachtsaufführungen zu denen wir Sie hiermit herzlich einladen möchten (Fr/Sa 19./20.12.2003). Außerdem denken wir, dass wir nächstes Jahr "reif für die Insel" sind. Mitte März machen wir uns auf den Weg zur schottischen Partnerschule nach Ayr um dort "Die Rückkehr der Zauberflöte" auf Englisch zu präsentieren. Natürlich wissen wir, dass das nicht nur für die Schauspieler eine Menge Arbeit bedeutet. Alle Beteiligten werden wieder viele Stunden in dieses Projekt investieren und nicht immer wird es die reine Freude sein. Eigentlich könnten wir uns fragen, warum das alles, wenn es da nicht diese eine kleine Sache bei uns im Hinterkopf gäbe...


(Original-Text erschienen in den Perspektiven '02/03' Mallinckrodt Gymnasium, Hrsg.: Erzbistum Paderborn)


Anmerkung (M. Korten):
Die Organisation einer Konzertfahrt zur Partnerschule nach Schottland musste kurzfristig zurückgestellt werden.
Die Musical-AG sucht nun nach neuen Möglichkeiten, um ihr Musical Die Rückkehr der Zauberflöte auch in englischer Sprache anzubieten und aufzuführen.
Gastspiele innerhalb und auch außerhalb von Deutschland würden wir somit gerne ermöglichen. Wer hierzu entsprechende Hinweise geben kann, möchte sich bitte umgehend mit Herrn Dr. Korten in Verbindung setzen (Mallinckrodt Gymnasium, Tel.:0231-1087660).



(Autor: Miguel Cifuentes )









© 2003 - 2010 by Musical-AG des Mallinckrodt-Gymnasiums Dortmund
All rights reserved.

   
 Berichte
 Die Rückkehr der Zauberflöte